Alles hat seine Zeit. Jetzt da der Frühling in der Tür steht, sticht Grün Orange. Kürbisse und Orangen haben die kalten Monate des Jahres erwärmt und versüßt. Nun aber ist es Zeit, unsere orangefarbenen Gaumenfreunde loszulassen. Wirklich schwer dürfte das niemandem fallen. Die Zeit des Überflusses wird bald beginnen und in nur wenigen Wochen wird Orange im Farbenreigen der Obst- und Gemüseernte nahezu vergessen sein.

In Vergessenheit wird dabei aber wohl auch die Flasche kostbarsten Kürbiskernöls geraten, den so mancher Kürbissuppenfan in seinem Küchenschrank stehen haben dürfte. Da der tiefgrüne Flascheninhalt den sommerlichen Temperaturen und dem beharrlichen Kontakt mit Sauerstoff nur unwahrscheinlich bis zum nächsten Herbst wird standhalten können, hilft nur eins: einen knallgrünen Kuchen backen und mit Grün den Übergang von Orange zu Grün zelebrieren.

KürbiskernkrokantKürbiskernölkuchen mit Kürbiskernkrokant (Hier entdeckt und abgewandelt.)

Während Netz und Kochbuchdschungel vor Kürbiskuchen- und Kürbistarterezepten nur so wimmeln, ist die Verwendung von Kürbiskernöl in der süßen Küche noch recht spärlich vorzufinden. Schließlich bin ich in der österreichischen Steiermark fündig geworden. Durch ein wenig Abwandlung ist ein lockerer, biskuitähnlicher Kuchen mit nussigem Kürbiskern- und bittersüßem Karamellgeschmack entstanden. Ein famoser Übergangskuchen für die Zeit zwischen Winter und Frühling und noch dazu eine köstliche Maßnahme gegen die Kürbiskernölverschwendung.

Für den Teig

200 g Mehl

1 Prise Salz

4 Eiweiß

4 Eigelb

150g Zucker

100ml lauwarmes Wasser

75ml Kürbiskernöl*

25ml neutrales Pflanzenöl

85g Kürbiskernkrokant (kann auch weggelassen werden, aber wo wäre da der Spaß?)

Für den Kürbiskernkrokant

125g Zucker

60g Kürbiskerne

*Ich habe den Kürbiskernölanteil um 25ml erhöht. Meine Kürbiskernölflasche ist nicht gerade klein und im Wettlauf mit der Zeit gibt es keine Gnade. Im Ursprungsrezept ist das Verhältnis von Kürbiskern- und Pflanzenöl 50 zu 50, aber man kann die Anteile je nach Flascheninhalt problemlos anpassen und möglicherweise auch das Gesamtrezept halbieren.

Schüsselbedarf

Zwei große Rührschüsseln und eine kleine Rührschüssel für die Mehlmischung. Ein mittlerer Kochtopf für den Kürbiskernkrokant und ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech.

Bevor es losgeht

Den Kürbiskernkrokant herstellen. Dafür den Zucker im Topf bei mittlerer Hitze goldgelb karamellisieren lassen, ohne diesen in Brand zu setzen. Wenn der gesamte Zucker geschmolzen ist, die Kürbiskerne unterheben, die Masse auf das Backblech geben, mit Messer oder Spachtel glattstreichen und auskühlen lassen. Anschließend 85g des Kürbiskernkrokants grob hacken.

Den Boden einer Springform (23 cm) mit Backpapier auslegen, Rand und Boden einfetten und mit Mehl bestäuben.

Erster Schritt

Mehl und Salz in der kleinen Schüssel vermischen. Wasser, Kürbiskernöl und Pflanzenöl abmessen.

Zweiter Schritt

Eier trennen und in die großen Rührschüsseln geben. Eiweiß steif schlagen und zur Seite Stellen.

Dritter Schritt

Eigelbe und Zucker mit dem Handrührgerät in der Küchenmaschine für einige Minuten schaumig aufschlagen. Auf niedriger Stufe zunächst das warme Wasser, dann die Öle hinzugeben und eine Minute verrühren. Anschließend die Mehlmischung hinzugeben.

Vierter Schritt

Von Hand zunächst den Eischnee unter den Teig heben und abschließend den grob gehackten Kürbiskernkrokant untermischen.

Fünfter Schritt

Den Kuchen bei 170°C ca. 35 Minuten lang backen. Den Kuchen abkühlen lassen und vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.

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Das derzeitige Weltgeschehen ist nichts für Zartbesaitete. Es braucht nun Kraft, Ausdauer und Ermutigung. All diese Bedürfnisse kann der folgende Kuchen bestens bedienen. Roggenmehl und Schokolade verbinden sich zu einem samtig-nussigen Geschmackserlebnis, welches von einer knusprigen Streusel-Kakaobohnensplitterhaube gekrönt wird. Ein echter Wohlfühlkuchen also, der stärkt für alles was da kommen mag.

Doch das Wohlbefinden sollte noch gesteigert werden, indem man wache Mitmenschen einlädt, mit denen man sich an der Kuchentafel produktiv und kritisch austauschen und Dinge bewegen kann. Wie das aussehen könnte, ist hier zu erfahren.

Roggen-SchokoladenkuchenSchokoladen-Roggen Streuselkuchen (ein Rezept aus Bon Appétit)

Ein durchweg leckerer Kuchen, der nicht nur keine Wünsche offen lässt, sondern in Gesellschaft genossen ebenfalls Schwung und Motivation entfacht. Also: Nicht lang schwafeln, ran an die Kaffee- und Kuchentafeln.

Für die Streusel

70g Zucker

35g Mehl

35g Roggenmehl

20g Kakaobohnensplitter

20g Kakaopulver

1/2 TL Salz

60g kalte Butter

 

Für den Teig

105g Mehl

105g Roggenmehl

60g Kakaopulver

1 TL Backpulver

3/4 TL Natron

3/4 TL Salz

175g Butter

100g Zucker

65g brauner Zucker

2 Eier

1 TL Vanilleextrakt

180ml Buttermilch

60g Crème Fraîche

 

Schüsselbedarf

Eine mittlere Rührschüssel für die Streusel, eine kleine Rührschüssel für die Mehlmischung. Eine große Rührschüssel für Butter, Zucker und Co.

Bevor es losgeht

Den Boden einer Springform (23 cm) mit Backpapier auslegen, Rand und Boden einfetten und mit Mehl bestäuben. Den Ofen auf 180°C vorheizen.

Erster Schritt

Die Zutaten für die Streusel in einer Schüssel gut miteinander verkneten bis große, nicht mehr trockene Streusel entstanden sind. Die Streuselmischung kaltstellen.

Zweiter Schritt

Butter, Zucker und braunen Zucker in die große Rührschüssel geben und fünf Minuten (mit der Küchenmaschine) schaumig schlagen. Die Schüsselränder mit einem Teigschaber von Teig befreien. Anschließend die Eier und den Vanilleextrakt zugeben und die Mischung weitere 2 Minuten gut aufschlagen.

Dritter Schritt

Anschließend die Hälfte der trockenen Zutaten gefolgt von Buttermilch, der zweiten Hälfte der trockenen Zutaten und der Crème Fraîche zugeben und jeweils gut verrühren.

Vierter Schritt

Den Teig in die Springform geben und gleichmäßig mit mittelgroßen Streuselstücken bedecken. Den Kuchen 60 Minuten backen und nach der Hälfte der Backzeit einmal drehen.

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Ras el Hanout ist eine nordafrikanische Gewürzmischung, die Süße, Schärfe und Bitterkeit zu einer überaus interessanten Geschmackskomposition vereint. Während draußen die Minusgrade tanzen, macht sich die Mixtur gut in wärmenden Schmorgerichten und Suppen. Und natürlich in Kuchen.

Die Vielzahl an Gewürzen verleiht diesem ansonsten recht simplen Backwerk eine originelle geschmackliche Note. Diese beschwingt die Geschmacksknospen, schult die interkulturelle Kompetenz und stärkt möglicherweise das derzeit arg unter Beschuss stehende Prinzip der Weltoffenheit.

Ras el Hanout Kuchen‚Ras el Hanout‘-Kuchen mit Gewürzsirup (Hier entdeckt)

Ras el Hanout heißt wörtlich „Kopf des Ladens“, weil jeder Händler einer individuellen Rezeptur folgt. Ich habe in meiner Interpretation dieses Kuchens statt Olivenöl Sahne verwendet und darüber hinaus beschlossen, es dem Kuchen auf einem Bett aus Gewürzsirup bequem zu machen. Das Eindicken mit Stärke ist nicht unbedingt erforderlich. Die Verfeinerung von Crème Fraîche wird durch die dickflüssige Konsistenz aber erleichtert. Der Sirup macht sich auch im warmen Haferbrei gut.

Für den Teig

5 Eier

200g Zucker

1 TL Orangenabrieb

250ml Sahne

250g Mehl

1 1/4 TL Backpulver

1/2 TL Salz

1 EL Ras el Hanout

Puderzucker zum Bestäuben (optional)

 

Für den Sirup*

250ml Wasser

50g Zucker

1 EL Wasser (optional)

1 TL Stärke (optional)

1/4 TL Ras el Hanout

 

*Man kann den Sirup pur verwenden. Mit Sirup gewürzte Crème Fraîche macht sich aber auch prima.

 

Schüsselbedarf

Eine große Rührschüssel, eine kleine Rührschüssel für die Mehlmischung. Ein kleiner Topf für den Sirup. Eine kleine Schale für die Stärkemischung.

Bevor es losgeht

Den Boden einer Springform (23 cm) mit Backpapier auslegen, Rand und Boden einfetten und mit Mehl bestäuben.

Erster Schritt

Mehl, Backpulver und Salz und Ras el Hanout in der kleinen Schüssel mischen.

Zweiter Schritt

Zucker und Eier mit dem Orangenabrieb im Mixer ca. 5 Minuten schaumig rühren. Anschließend die Sahne zugeben und für ca. 2 Minuten weiterrühren. Den Ofen auf 180°C vorheizen.

Dritter Schritt

Die trocken Zutaten in drei Etappen hinzugeben und gut verrühren. Den Teig in die Springform geben und ca. 60 Minuten backen. Auf einem Rost ca. 10 Minuten abkühlen lassen, den Rand der Springform lösen und den Kuchen auf eine Kuchenplatte geben. Wenn gewünscht, mit Puderzucker bestäuben.

Vierter Schritt

Für den Sirup Wasser und Zucker aufkochen und in ca. 15 Minuten um ein Viertel reduzieren lassen. Stärke und Wasser in der kleinen Schüssel vermengen und zur kochenden Zuckermischung geben. Rühren, bis die Flüssigkeit zähflüssig wird. Das dauert etwa 30 Sekunden. Den Topf vom Herd nehmen und die Gewürzmischung hinzugeben. Etwas abkühlen lassen und restlichen Sirup im Kühlschrank aufbewahren.

Fünfter Schritt

Kuchen auf einem Sirupspiegel anrichten. Oder Sirup mit Crème Fraîche vermengen und dem Kuchen als Begleitung zur Seite stellen.

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