So ein neues Jahr hat doch was für sich: man kann sortieren und sondieren, wo es im neuen Jahr besser laufen sollte und was man im Verlauf der nächsten 365 Tage gedenkt zu erreichen. Während ich größere Vorhaben lieber dem natürlichen Lauf des Lebens überlasse, gibt es aber durchaus einige kleinere Vorhaben, die ich selbst in Angriff zu nehmen bereit bin. Beispielsweise Lebensmittel wie die Avocado und die Kokosnuss von meinem Speiseplan zu streichen.

Sicher wird die Kokosnuss durch mein Tun ihren Platz auf den obersten Rängen der Trendlebensmittel nicht einbüßen. Das werden schon allein die Scharen gesundheitsbewusster, laktoseintoleranter und vegan speisender Zeitgenossen zu verhindern wissen. Vielleicht gelingt es mir aber dennoch, ein kleines Fragezeichen hinter die Annahme zu setzen, man könnte sich die Hände sauber halten, indem man einfach das Kuh- mit dem Kokoslaster ersetzt.

Ich habe dem neuen Jahr also einen Willkommenskuchen gebacken, der gleichzeitig ein Abschiedskuchen ist. Ein Abschied von meiner letzten Dose Kokosnussmilch. Ein Abschied von der Kokosnuss im Frühstücksmüsli. Aber auch ein Abschied von der Vorstellung, es gäbe einfache Antworten auf komplexe Ernährungsfragen.

There is something to be said for starting a new year: one can sort and explore which things to improve and which goals to pursue over the course of the next 365 days. While I gladly leave bigger projects to the natural course of life, I do however have a few smaller ones that I am willing to tackle myself. For instance, discarding foods such as avocado and coconut from my menu.

I am well aware that this small deed on my part will not suffice to exile the coconut from the echelons of current trend foods. Any such outcome will be thwarted by the host of health-conscious, lactose intolerant, and vegans alone. Regardless, my hope is to be able to put at least a small question mark behind the assumption that one can avoid to dirty one’s hands by simply exchanging the cow with the coconut vice.

The cake I have baked in honor of 2019 thus is both a welcome and a farewell cake. It is a farewell from my last can of coconut milk. A farewell from coconut flakes in my morning oatmeal. But also a farewell from the conception that there might be simple answers to complex food questions.

Kuchen aus Kokosmilch (Leicht abgeändert von Smitten Kitchen)

Wie praktisch, dass mir das Rezept für meinen Neujahrsvorsatz pünktlich von Smitten Kitchen geliefert wurde. Schön ebenfalls, dass der Kuchen auch für Veganer geeignet ist und dass man sich nicht gleich in ein neues Essensdilemma stürzen muss, weil man ihn scheinbar – auch ohne weiter Kokosnusskonsument sein zu müssen – mit anderen Milchmitteln herstellen kann. Ich werde das probieren.

Coconut milk cake (Slightly adapted from Smitten Kitchen)

How convenient that – just in time – Smitten Kitchen has delivered the recipe for the implementation of my new year’s resolution. It is wonderful that this cake is suitable for vegans and that one is – having become a non-coconut person – spared from having to deal with yet another food dilemma as the cake can apparently be made with milk other than that extracted from a coconut. I will try this out.

 

Für den Teig / For the batter

285g Mehl / flour

1 1/2 TL Natron / baking soda

1/2 TL feines Meersalz / fine sea salt

175g Zucker / sugar

100ml neutrales Öl / neutral Öl (empfohlen wird Kokosöl, das ist aber schon weg / coconut oil is recommended which I no longer have)

400ml minus 3 EL Kokosmilch / 1 13.5 oz can minus 3 Tbsp coconut milk

 

Für die Glasur / For the glaze

3 EL Kokosmilch / 3 Tbsp coconut milk

50g Puderzucker / powdered sugar

1/4 TL Mandelextrakt / almond extract

Hirse für die Deko / millet seeds for garnish

 

Schüsselbedarf / Bowl requirements

Eine große Rührschüssel für den Teig. Eine kleine Schüssel für die Glasur.

One big mixing bowl for the batter. A small bowl for the glaze.

 

Bevor es losgeht / Before getting started

Eine Springform (23cm) mit Backpapier auslegen und die Seiten mit neutralem Öl einfetten. Den Ofen auf 180°C vorheizen.

Line a 9-inch springform pan with parchment paper and grease the sides with a bit of neutral oil. Preheat oven to 350°F.

 

Erster Schritt / First step

Mehl, Natron, Salz und Zucker in der großen Schüssel verrühren.

In large bowl, mix flour, baking soda, salt, and sugar.

Zweiter Schritt / Second step

Kokosmilch und Öl hinzufügen und den Teig glatt rühren. In die Form füllen und ca. 30 Minuten backen. Ganz auskühlen lassen.

Add coconut milk and oil and mix until batter is smooth. Fill into pan and bake approximately 30 minutes. Let cool completely.

Dritter Schritt / Third step

Restliche Kokosmilch mit Puderzucker und Mandelextrakt glattrühren und auf dem Kuchen verteilen. Antrocknen lassen und mit Hirse dekorieren.

Mix remaining coconut milk with powdered sugar and almond extract and glaze the cake. Let dry a bit and decorate with millet.

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Dieser Tage kann man sich die Zutaten für den Sommerkuchen am Wegesrand zusammensuchen. In der Nähe meiner Backstube bin ich mit Maulbeeren und Felsenbirnen gesegnet und die Brombeersaison ist ebenfalls nicht weit.

Maulbeeren gehören zu meinen neuen Lieblingsfrüchten. Sie schmecken köstlich und widersetzen sich standhaft der kapitalistischen Kommodifzierung, indem die Maulbeerfrüchte nicht zeitgleich reifen und im reifen Zustand lange Transportwege verweigern. An dieser nonchalanten Widerstandseleganz sollten wir Menschen uns ein Beispiel nehmen.

Ingredients for summer cake can presently be foraged on the wayside. I am blessed with mul- and juneberries and look forward to the upcoming blackberry season.

Mulberries have become one of my favorite berries. They taste delicious and staunchly resist capitalist commodification in that the berries do not ripen at the same time and, once ripened, refuse long-distance transport. We humans should learn a lesson from this nonchalant elegance of resistance. 

Maulbeerküchlein (Basiert auf diesem Rezept aus Bon Appétit)

Nicht jeder mag Muße verspüren, sich in der freien (Stadt-)wildbahn Beeren und Früchte zusammenzusammeln. Manch einer hat das Sammeln dank eigener oder nachbarlicher Gartenfrüchte erst gar nicht nötig. Für all die, die auf den Supermarkt angewiesen sind, gibt es jedoch gute Nachrichten: diese Küchlein lassen sich auch prima mit gekauften, gefrorenen oder frischen Blau-, Him- und Brombeeren kredenzen.

Mulberry Cakelets (Based on this recipe from Bon Appétit)

Foraging for berries in the (urban) wild might not be for everyone. Thanks to homegrown berries from own or neighborly gardens you might not even have a need to put your forage shoes on. For everyone whose primary food source is the supermarket, there is good news: these cakelets can be made with store-bought blue-, rasp- or blackberries – fresh or frozen.

 

Für den Teig / For the batter

125g Mehl / flour

3/4 TL Backpulver / baking powder

1/2 TL Salz / salt

2 Eier / eggs

1 Eigelb / egg yolk

200g Zucker / sugar

60g Butter, geschmolzen / butter, melted

60g Joghurt oder Crème Fraîche / yogurt or sour cream

1 1/2 TL Mandelextrakt / almond extract

2 TL Zitronenabrieb / lemon zest

 

Für die Garnitur / For the garnish

ca. 100-120g Maul- und/oder Junibeeren / mulberries and/or juneberries

1 EL Rohrzucker / raw sugar

 

Schüsselbedarf / Bowl requirements

Eine mittelgroße Rührschüssel für die Mehlmischung. Eine große Rührschüssel für die Butter-Zucker-Eimischung.

A medium mixing bowl for the flour mixture. A large mixing bowl for the butter-sugar-egg-mixture.

 

Bevor es losgeht / Before getting started

Ein Muffinblech mit Förmchen bestücken (12 Stück).

Equip a muffin tin with liners (makes 12).

 

Erster Schritt / First step

Mehl, Backpulver und Salz in der mittleren Rührschüssel vermengen. In der großen Rührschüssel Zucker, Eier und Eigelb mische und mit der Küchenmaschine ca. 2 Minuten schaumig rühren.

In the medium bowl, mix flour, baking powder and salt. In the large bowl mix eggs, egg yolk and sugar. Mix in the stand mixer for about 2 minutes.

Zweiter Schritt / Second step

Den Ofen auf 180°C vorheizen. Butter, Joghurt, Mandelextrakt und Zitronenabrieb unter die Ei-Zucker-Masse geben. Anschließend die trockenen Zutaten untermischen. Den Teig nochmal gut vermischen und in die Backform bzw. die Muffinsform geben. Mit ein paar Beeren garnieren und im Ofen ca. 45 Minuten (Springform) bzw. ca. 25 Minuten (Muffins) backen. Wer mag kann auf der Hälfte der Backzeit ein wenig groben Zucker über den Kuchen (die Muffins) streuen.

Preheat oven to 350°F. Add butter, yogurt, almond extract and lemon zest to the egg-sugar mixture. Add dry ingredients and mix until no flour is visible anymore. Fill batter into pan and garnish with a few berries. Bake for approximately 45 minutes (springform), respectively 25 minutes (muffins). If desired, sprinkle cake (muffins) with raw sugar half way through the baking time.

 

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