Juli 2011

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Da meiner Kuchenliebe beileibe kein Funken Vernunft anhaftet, habe ich mich an diesem sonnigen Berliner Samstag gleich in drei Kreuzberger Gebäckschmieden eingefunden. Es folgt mein süßes Berichtdreierlei:

Die reizende Dessertmanufaktur ‚Amour Fou‘ wird ihrem Namen vollends gerecht, denn die ebenso reizende Inhaberin kreiert in ihrem Kuchenatelier köstlichste Torten und Kuchen sowie feinste Pralinen und Gebäck. Sagt man der verrückten Liebe bisweilen eine nur kurze Lebensdauer nach, so ist das ‚Amour Fou‘ ein sicherer Kandidat für die große Liebe!

Ich muss ehrlicherweise zugeben, dass ich dem Kuchen bei meinem heutigen Besuch mit einer zartschmelzenden Praline aus Himbeer und weißer Schokolade untreu geworden bin! Ich weiß von früheren Besuchen die Zitronentarte wärmstens zu empfehlen und dieser Johannisbeer-Vanillecreme-Torte bin ich nur nicht erlegen, weil ich ob meines strammen Kuchenprogramms kurzzeitig geschwächelt habe! Unverzeihlich, aber leider wahr!

Auf der Suche nach einer weiteren großen Liebe habe ich mich hernach zur mir bis dahin noch unbekannten ‚Kuchenmanufaktur Koriat‘ begeben, um dort einem Stückchen Tarte mit Pistaziencreme und Kirsche den Hof zu machen! Die Tortensorten sind äußerst einfallsreich und das urbane Flair des Ladens, der den Blick auf unzählige Tortenringe freigibt, eine Wonne! Ob es mir jemals möglich sein wird, einer Sorte die ewige Liebe zu versprechen, muss offen bleiben. Sicher ist, es bedarf  weiterer Probierstücke!

Der Liebe noch immer nicht überdrüssig, musste es dann noch eine himmlische Tarte au Citron im ‚Salon Sucré‘ sein! Ein französischer Patissier und eine brasilianische Friseurin verwöhnen an der östlichen Ecke des Görlitzer Parks in ihrem Kuchensalon mit fabelhafter französischer Gebäckkunst und wenn man mag, kriegt man sogar eine neue Frisur zum Kuchen, damit einem der hinreißende Kuchenaugenschmaus nicht vollends die Schau stiehlt!

Seit heute weiß ich ganz genau, was ich werden will, wenn ich mal groß bin: Das weibliche Pendant zu Mr. Minsch!!!

Als Miss bzw. Mrs. Minsch könnte ich ohne rot zu werden behaupten, die wohl beste Schokoladentorte der (Berliner) Welt zu backen und abends zufrieden in dem Wissen zu Bett gehen, dass meine Torten stadtweit in Berliner Vorder- und Hinterzimmern Kuchenherzen höher schlagen lassen!

Ganz besonders großes Glück würde es mir bereiten, meine Gebäckkreationen durch die entzückende Kuchenklappe am Tresen an den Mann und an die Frau zu bringen. Heimlich würde ich genießen, wie mir meine Gäste durch das große Schaufenster beim Backen bewundernd zusehen und mich daran erfreuen, wie sie an den bunt gedeckten Terrassentischen ihre Kuchenbeute verspeisen oder diese eilenden Schrittes zu ihren Lieben heimtragen!

Kaum kann ich es erwarten, endlich groß zu sein…

Yorckstraße 15, 10965 Berlin-Kreuzberg

‚Mr. Minsch‘ liegt an der schönebergisch-kreuzbergischen Grenze in der

Yorckstraße 15, 10965 Berlin-Kreuzberg

Ob Schnee, ob Sonne, ein Brownie bewahrt stets die Haltung! Wenngleich er mitunter unscheinbar daherkommt, ist der Brownie – ebenso wie sein vielfach unbekanntes güldenes Gebäckgegenstück der Blondie – unter Garantie ein gehaltvoller Kuchengenuss! Auf kleinstmöglichem Raum halten größtmögliche Mengen Schokolade, Nüsse und andere Köstlichkeiten zusammen! Das macht ihn quasi zum 3-Wetter-Taft unter den Kuchen. Weder Sonne, Sturm noch transportbedingte Turbulenzen gefährden den Zusammenhalt: Perfekter Biss, jederzeit, bei jedem Wetter!

Ist man so wie ich darauf angewiesen, ob der Unmengen an Hausgebackenem außer Haus nach Abnehmern suchen und den Transport des Gebäcks zudem bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad bewältigen zu müssen, ist der Brownie ein geradezu idealer Verbündeter.

Ich gebe zu, dass ich dem Brownie nicht immer so wohlgesonnen war. Lange Zeit war der Brownie für mich Sinnbild mangelhaft vollzogener Amerikanisierung, die weder der deutschen noch der amerikanischen Kuchenkultur besonders zuträglich zu sein schien! Glücklicherweise sind Brownie-Ansichten nicht immer so beständig wie die Brownies selbst. Wenn ich nunmehr, unbändiger Backlust verfallen, eine der unzähligen Browniekreationen probiere, werde ich andächtig der guten Frau danken, die irgendwann um das Jahr 1900 an der Ostküste der USA aus Versehen das Backpulver vergessen hat!

Immer eine Wonne: Im Haus…

…wie in der Sonne!

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