Oktober 2011

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Andere Länder, andere Kuchen. Andere Länder, andere Kuchensitten!

In Amerika sind nicht nur die Kuchen anders, auch Herstellung und Verzehr der süßen Speisen folgen anderen Rezepturen und Bräuchen! Ich werde mich nun nicht dazu hinreißen lassen, die europäische Kuchenkultur als überlegen zu deklarieren. Das käme einem Hochverrat gleich und niemals würde ich auch nur daran denken, mich derart an Pumpkin Pie, Carrot Cake und Co. zu vergehen!

Und dennoch: Irgendwas fühlt sich falsch an, wenn man sich ein köstliches Stück Kuchen mit einer Plastikgabel von einem Papptellerchen und den wundervollen Kaffee aus einem, wenn auch ökologisch-unbedenklichen, so doch nicht minder papierenen Becher zu Gemüte führt!

Nun steht außer Frage, dass ich, was Kuchenaccessoires anbelangt, europäisch vorbelastet bin. Ich kenne jedenfalls keinen anderen Einpersonenhaushalt, in dem die Anzahl der Goldrandkuchenteller die Zahl der Bewohner beinahe um ein hundertfaches übersteigt! Nur so ist aber die unbeschreibliche Freude zu erklären, die ich beim Eintreten in die bostonische Bäckerei ‚Tatte‘ empfunden habe!

Nicht nur die butter- und nussverliebten Köstlichkeiten haben es mir auf der Stelle angetan!

Sofort ist mir in diesem gemütlich-europäisch detailverliebt eingerichteten Juwel aufgefallen, dass mein Kuchen anmutig auf einem reizenden Goldrandteller serviert werden würde! Definitiv ein Grund für Freudensprünge, die ich gar nicht erst versucht habe zu verstecken!

Nun aber zu den eigentlichen Protagonisten: den himmlischen Süßspeisen! Nicht nur die Brioches lassen erahnen, dass die Leiter ins Glück mit butterreichem Gebäck gesäumt sein muss…

… im ‚Tatte‘ ist mir zudem klar geworden, dass sich die Kuchenwahrheit irgendwo zwischen dem Himmel aus luftig-schmelzender Sahne und der Erde aus knackig-karamellisierten Pistazien befinden muss!

Von der Wahrheit aus Butter, Zucker und Nüssen habe ich so viel es eben ging als weiteren Tagesproviant mitgenommen: Pflaumentarte, Mandeltarte, Baiserrosen…!

Ohne Goldrandteller. Aber wer würde da schon kleinlich sein?!?

Unverhohlen muss ich zugeben, dass ich kein großer Fan von Cupcakes bin und mich bislang auch der Herstellung ebendieser verweigert habe! Die Dinger sind mir irgendwie zu niedlich, zu bunt, zu „heile Welt“, insbesondere dann, wenn sie im Tier- oder Blumenkostüm daherkommen! Der Cupcake ist der Muffin 2.0 und Starbucks und Co. sind bedauerlicherweise längst am Werk, auch die neue Generation des vormals köstlichen Kleingebäcks zu diskreditieren. Getrost habe ich den Cupcake also zu der Sorte Gebäck gezählt, deren Herstellung ich mich irgendwann in Ruhestandstagen einmal widmen würde, wenn mir alle anderen Inspirationen abhanden gekommen und mir zudem langweilig geworden sein sollte. Ähnliches galt bis dato auch für den Verzehr von Cupcakes! Bis ich auf diese wunderschönen Kreationen gestoßen bin…

…und mich zumindest in Sachen Verzehr außer Standes sehe, mich dem Cupcake fortan grundsätzlich zu verweigern! In Atlanta, in einem Laden, der sich völlig zutreffend, wenn auch ein wenig umständlich ‚The Great Cupcake Company‘ nennt, wird dem Cupcake mit natürlichen Zutaten und geschmackvollem Dekor die ihm gebührende Würde zurück gegeben! Ganz reizend ist, dass man alle Sorten sowohl in normalem als auch im Miniformat bekommt und, sollte man sich die „lästigen“ Teigböden ganz sparen wollen, so kann man sich auch einfach nur einen Schuss der köstlichen Glasuren verpassen! Welch raffinierter Einfall!

Hier sind wahrhaft begeisterte Liebhaber am Werk und bieten der Inflationierung und Überzuckerung des Cupcakes die Stirn! So hat mich insbesondere der Salted Caramel Cupcake bezirpst und um folgendes gebeten: „Please undress me!“

Meine Replik: „My pleasure darling! Anytime!“

P.S.: Mehr über die großartigen Cupcakes findet sich auch hier!

Die Welt ist voll von guten süßen Dingen! An schönen oder auch an weniger schönen Kuchenorten! Was zählt, ist das Gebäck! An nur wenigen Orten treffen hohe Kuchen- und Ladenkunst aufeinander! So auch im ‚Sugar‘. Per schierem Zufall bin ich auf eine Anzeige dieses kleinen Bakeshops gestoßen, der sich abseits von Charlestons Touristenplätzen in einem Wohngebiet befindet. Und was soll ich sagen?! Der Weg hat sich gelohnt!!!

‚Sugar‘ ist von Außen….

…wie von Innen eine Augenweide!

Der zarte Duft von frischem Gebäck begrüßte mich, bevor ich den Laden überhaupt erreicht hatte und katapultierte mich beim Eintreten ohne Umwege in einen Zustand äußersten Wohlgefallens! Einfach alles an diesem Laden ist glücklich und/oder mintgrün: Die Kuchen, die Cupcakes, die Visitenkärtchen, die Kuchenplatten, die Backformen, die Kuchenboxen, der Eistee, das Personal…Und mittendrin ich: glücklich, wenn bedauerlicherweise auch ohne mintgrüne Accessoires (damit konnte ich nun wirklich nicht rechnen!).

Glückstrunken aber leicht panisch ob der nahenden Abreise habe ich mich mit der Bestellung sehr schwer getan und letztlich beschlossen, mich durch das Cupcake-Sortiment zu probieren. Mit vier kleinen Cupcakes in der Box und einem auf der Hand bin ich an diesem Nachmittag die wohl stolzeste und später zudem zuckerbefüllteste Frau auf Charlestons Straßen gewesen!

Glückliche Blaubeer-, Kokos-, Karamell- und Zitronencupcakes

Es ist mir unverständlich, wie Einkaufstüten mit Schuhen oder Kleidern ebenfalls derart glücklich machen können sollen!?

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