Oktober 2013

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Was wird eigentlich aus einem Blogeintrag, wenn der zu bewerbende Kuchen aufgegessen wurde, bevor er auf einen Fotochip gebannt werden konnte? Ein tadelloses Blogerscheinungsbild würde gebieten, den Kuchen noch einmal zu backen und ordnungsgemäß abzulichten.

Das kann ich nicht grundsätzlich falsch finden, denn dieser Zucchinikuchen ist eine Wucht! Und dennoch spricht mindestens dreierlei dagegen 1. Die Zeit ist knapp und die Rezeptwarteschlange lang. 2. Noch gibt es lokale Zucchini 3. Die Kuchenverzehrgemeinde soll sich nicht langweilen! Denn die süßen Zähne meiner Mitmenschen sorgen dafür, dass sich das Kuchenrad stets weiterdrehen kann!

Dieser Blogeintrag stellt daher eine gewisse Herausforderung dar, weil er dem Leser abverlangt, sich den Zucchini Schokoladenkuchen – welcher nach nachfolgendem Rezept nachgebacken werden kann (und sollte!) – ohne bildhafte Unterstützung vorzustellen.

Zum Schluss daher doch noch ein wenig Hilfe für die Phantasie!

 

Zucchinikuchen

 

Zucchini-Schokoladenkuchen mit Olivenöl (ein Konglomerat aus vielen Rezepten und ein bisschen Interpretation meinerseits)

Ein saftiger (Frühstücks-)kuchen mit Olivenöl, gerösteten Walnüssen und einem Hauch Exotik von der Kakaobohne. Im Handumdrehen sind zwei Kastenformen Kuchen gemacht und ebenso schnell wird von dem Kuchen keine Spur mehr übrig sein. Schmeckt auch mit Glasur oder Buttercremehaube.

Zutaten

150g Mehl

130g Vollkornmehl

50g Kakaopulver

1 TL Backpulver

1/2 TL Natron

1 TL Salz

1 TL Ingwer

1/2 TL Muskatnuss

100g Walnüsse

50g Kakaobohnensplitter (für Hamburger im Kakao Kontor zu finden)

3 Eier

160g weißer Zucker

160g brauner Zucker

275 ml Olivenöl

2 TL Vanilleextrakt

2-3 (ca. 350g) mittlere Zucchini geraspelt

Schüsselbedarf

Eine große und eine mittlere Rührschüssel. Eine kleine Schüssel für die Zucchini.

Bevor es losgeht

Den Ofen auf 180°C vorheizen. Die Walnüsse auf einem Backblech 10 Minuten rösten und abkühlen lassen. Zwei Kastenformen (30 cm) mit Backpapier auslegen. Die Zucchini raspeln.

Erster Schritt

In der mittleren Schüssel Mehl, Vollkornmehl, Kakao, Backpulver, Natron, Salz, Ingwer und Muskat vermischen und anschließend die Walnüsse und Kakaobohnensplitter hinzugeben.

Zweiter Schritt

In der großen Schüssel Eier, Olivenöl, weißen und braunen Zucker und Vanille verrühren. Zum Schluss die Zucchini unterrühren. Die trockenen zu den feuchten Zutaten geben und gut aber nicht zu gründlich verrühren.

Dritter Schritt

Jeweils die Hälfte des Teiges in eine Kastenform geben und die Kuchen etwa 45 Minuten backen, bis der Zahnstochertest bestanden ist.

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Neuerdings schickt es sich unter Städtern, Essbares aus der Natur zusammen zu sammeln. Dem Hobbykonditor eröffnen sich neben Holunderblütentorte und Apfelkuchen auf diese Weise ungeahnte Möglichkeiten und so bin auch ich ausgeschwärmt, um mein nächstes Backwerk mit einem Mark von der Hagebutte zu verfeinern.

Hagebutten sind Rosenfrüchte und den meisten wohl eher als das Juckpulver im Nacken ehemaliger Klassenkameraden oder Jugendherbergstee denn als Gaumenfreude bekannt. Zu dieser Jahreszeit sind Hagebutten eigentlich keine Rarität. Vom Land hatte ich bereits eine Handvoll roter Früchtchen mitgebracht und für die Herstellung einer ordentlichen Portion Hagebuttenmark auf üppigen Nachschub aus dem städtischen Wald gehofft.

Andere Stadtsammler müssen mir zuvor gekommen sein, denn für mich waren nur noch die Sträucher im Garten des bissigen Hundes, auf dem Friedhof und auf einer nur mit dem Boot erreichbaren Waldseeinsel übrig geblieben. Um dieses rote kulinarische Edelweiß auf meinem Stadtwaldausflug schließlich doch noch zu erhaschen, hätte ich mich zwar weit über die Brüstung einer U-Bahn-Überführung lehnen können, habe stattdessen aber lieber aufgegeben und mich mit einer kläglich-kleinen Menge Hagebuttenmark begnügt.

Für Torte war’s zu wenig. Ein feiner Streuselkuchen mit einer hauchdünnen knallroten Schicht selbst gesammelter und eingekochter Wertschätzung ist aber auch nicht zu verachten.

Hagebutte3Hagebutte2Hagebutte1

 

Hagebuttenkuchen mit Streuseln (viel Landlust, ein wenig ich)

Hagebuttenmark schmeckt rosig und erdig und hat eine bestechend schöne rote Farbe. Um das Mark besser heraus zu schmecken, hätte eine deutlich größere Menge Hagebuttenmark in dieses Gebäck gemusst, aber leider waren mir die Hände gebunden! Der zum Mark gehörende Streuselkuchen schmeckt rundweg buttrig und das zart-weißliche Kuchengelb ist genau das richtige Kontrastmittel für die strahlende Füllung.

Zutaten

Für den Boden

125g Mehl

60g gemahlene Mandeln

60g Zucker

1 Prise Salz

110g weiche Butter

2 Eigelb

Schale von einer Zitrone

 

Für die Streusel

150g Mehl

85g Zucker

1 Prise Salz

85g weiche Butter

ca. 150g Hagebuttenmark (Respekt all denjenigen Sammlern, die so viel Mark hergestellt haben!)

Schüsselbedarf

Eine große Rührschüssel, zwei mittlere Rührschüsseln: eine für das Mehl des Bodens, eine für das Mehl der Streusel.

Bevor es losgeht

Hagebutten sammeln und Mark herstellen (Das dauert nicht lange!). Die trockenen Zutaten für Boden und Streusel in je einer Schüssel vermengen. Eine rechteckige Backform (ca. 18x28cm) mit Backpapier auslegen. Eier trennen. Zum Schluss den Ofen auf 200°C vorheizen.

Erster Schritt

Butter, Eigelb und Zitronenschale mit der Küchenmaschine gründlich vermischen. Die trockenen Zutaten zugeben und zu einem gleichmäßigen Teig verkneten.

Zweiter Schritt

Teig ausrollen oder flach klopfen und in die Form drücken. Dabei einen kleinen Rand hochziehen. Den Boden häufig mit der Gabel einstechen und mit Hagebuttenmark bestreichen (das Mark sollte den Rand meiden!).

Dritter Schritt

Alle Komponenten der Streusel zu üppigen Krümeln verkneten. Auf die Hagebuttenschicht setzen und das Schichtwerk ca. 25 Minuten backen.

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Wohl dem, dessen Arbeitsplatz sich neben einem Apfelbaum befindet und der gemeinsam mit dieser Gärtnerin in der Mittagspause Äpfel von den Bäumen schütteln kann. Da die rotbäckigen Schönheiten nicht etwa in einem Pflücknetz den Boden erreicht haben, sondern Newtons Schwerkraft direkt in die Arme gefallen sind, galt es schnell zu Handeln, bevor sich wohlmöglich noch ein Wurm in diese schöne Erntegeschichte gefressen hätte.

Apfelkuchen2Apfelkuchen4

Hat man sich derart viele Äpfel ans Bein gebunden (der Ästhetik wegen ist hier nur eine Auswahl zu sehen), ist es dringend erforderlich, pragmatisch zu bleiben. Erstens sollte man von aufwändigen Tartes absehen. Die brauchen zu viel Zeit. Zweitens sollte bedacht werden, dass man beim Verzehr von großen Mengen an Apfelbackwaren unweigerlich auf den Appetit seiner Mitmenschen angewiesen ist. Will man also schnell viele Äpfel zu Kuchen verarbeiten und diesen Kuchen möglichst schnell wieder loswerden, empfehle ich, so schnöde das klingen mag, Apfelmuffins zu backen. Von denen essen Besucher gerne auch mal zwei und hat man das Glück in einem großstädtischen Mietshaus zu wohnen, kann man die von den Backmanschetten geschützten Küchlein einfach auf der Fußmatte platzieren und sich davon stehlen.

Apfelkuchen5

Apfelmuffins mit Mandeln und Rosmarin (ein Rührteigrezept von anno irgendwann, Quelle nicht mehr auffindbar)

Apfelmuffins backen ist kein spektakuläres Backerlebnis. Im Fall einer Apfelschwemme ist das auch gut so, denn mit dem Schälen der zahllosen halb angeschlagenen Äpfel hat man alle Hände voll zu tun. Immerhin kriegt man bei diesem Rezept eine Wolke schimmernden Eischnees zu Gesicht. Geht der Rosmarin aus, lassen sich auch Thymian oder Estragon verwenden. Sofern man den Estragon nicht in rauen Mengen verwendet, schmeckt man ihn kaum. Klingen tut es trotzdem gut!

Zutaten (für 12 Muffins)

200g weiche Butter

150g Zucker

1 Prise Salz

200g Mehl

1 TL Backpulver

2 Eier

2 Eigelb

2 Eiweiß

50g Zucker

1 Prise Salz

250g Apfelstückchen (oder ca. drei mittelgroße Äpfel)

50g gehobelte Mandeln

2-3 Zweige fein gehackte Rosmarinnadeln

Schüsselbedarf

Eine große Rührschüssel, zwei kleine Rührschüsseln: eine für das Mehl, eine für die Apfelstückchen, ein Rührbecher für den Eischnee.

Bevor es losgeht

Mehl und Backpulver in einer der kleinen Schüsseln mischen. Rosmarin hacken. Muffinsform mit Manschetten auslegen. Die Äpfel in Stücke schneiden. Zum Schluss den Ofen auf 170°C vorheizen.

Erster Schritt

Butter, Zucker und Salz mit der Küchenmaschine oder dem Handrührgerät etwa 10 Minuten weiß und cremig aufschlagen. Die Ränder sauber streichen.

Zweiter Schritt

Zwei der Eier trennen. Ganze Eier und Eigelb hinzufügen und gut verrühren. Anschließend die Mehlmischung unterrühren.

Dritter Schritt

Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen. Dabei den Zucker einrieseln lassen. Den Eischnee unter den Teig heben.

Vierter Schritt

Äpfel, Mandeln und Rosmarin unterheben und die Muffinsmulden mit Teig füllen. Die Muffins etwa 30 Minuten backen, auskühlen lassen und ggf. ausliefern.

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