April 2014

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Gegenüber Köchen sind Konditoren dieser Tage dahingehend im Vorteil, dass sie schon von Natur aus – von ein paar wenigen Ausnahmen abgesehen – einen vegetarischen Lebenswandel pflegen. Von der derzeit in Gang befindlichen Vegetarismusdebatte müssen sie sich also zumindest in Nachtischfragen nicht angesprochen fühlen. Angesichts veganer Ernährungsweisen wird die Luft aber auch in der Backstube dünn.

Während es nun wahrlich nicht an veganen Backrezepten mangelt, denen man obendrein nicht auch abnehmen würde, köstliches Backwerk generieren zu können, habe ich mich dem tierproduktfreien Backen bislang rigoros verweigert. Im Gegensatz zum Fleischverzicht ist ein konsequent veganes Leben für mich nur schwer vorstellbar. Ebenso inakzeptabel ist für mich aber auch, dass ich wie ein stures Kind auf Eier, Milch und Butter im Kuchen bestehe.

Da ich mich offenbar nicht aus freien Stücken bewege, habe ich beschlossen, künftig einer Idee zu folgen, die auch Willy Brandts Ostpolitik beflügelt hat: Wandel durch Annäherung. Der erste Schritt hat einen saftigen Bananenkuchen hervorgebracht, der zwar noch keinen Sinneswandel hervorgerufen hat, sich auf dem Frühstückstisch aber ganz prächtig gemacht hat und dem man sein Vegansein weder ansehen noch anschmecken konnte.

Bananenkuchen-Vegan1

Veganer Bananenkuchen (aus „Foods that don’t bite back“ von Sue Donaldson)

Dieser Kuchen eignet sich ganz ausgezeichnet für ein erstes veganes Backvorhaben. Der Teig wird mit Pflanzenöl gemacht, so dass man nicht gleich von 0 auf 100 gehen und Butter durch Margarine ersetzen muss. Ein moralisierender Weltverbessererkuchen wird aber schon allein deswegen nicht die Kaffeetafel zieren, da das Rezept nach reichlich Produkten aus Übersee verlangt. Neben Bananen sind auch Schokolade und Kokosflocken verbacken. Dieser Kuchen krümmt zwar keinem Tier ein Haar, hinterlässt aber mitnichten eine rosige Klimabilanz. Von den Rechten der Bananenplantagenarbeiter mal ganz abgesehen.

Zutaten

3 sehr reife Bananen

Saft von einer Zitrone

150g Zucker

100g neutrales Öl

140g Vollkornmehl

90g Mehl

1/2 TL Salz

1/2 TL Backpulver

1/2 TL Natron

60g geschroteter Leinsamen

30g Kokosflocken

80g Zartbitterschokolade

 

Schüsselbedarf

Eine große Schüssel für die Mehlmischung, eine kleine Schüssel für die Öl-Zucker-Mischung, eine kleine Schüssel für die Bananen-Zitronen-Mischung.

Bevor es losgeht

Eine Kastenform (21 cm oder größer) mit Backpapier auslegen und den Ofen auf 190°C vorheizen.

Erster Schritt

Die Bananen mit einer Gabel gut zerdrücken und mit dem Zitronensaft cremig rühren.

Zweiter Schritt

Öl und Zucker gut vermischen und anschließend zu der Bananenmischung geben. Alles gut verrühren.

Dritter Schritt

Vollkornmehl, Mehl, Backpulver, Natron, Salz und Leinsamen vermischen. Die Bananenmischung unterrühren. Anschließend Kokosflocken und Schokoladenstücke hinzufügen. Den Teig in die Form geben und ca. 45 Minuten backen, bis an einem Zahnstocher kein Teig mehr haften bleibt.

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Wenige Worte und noch weniger Torte haben in den ersten Jahresmonaten meine Schreib- und Backstube verlassen. Die Ursachen dafür sind nicht anekdotentauglich und würden vom eigentlichen Thema dieser Botschaft ablenken: Diesem sagenhaft-saftigen Grieß-Mandelkuchen mit Kräuteraroma und rosmarinierten Blutorangen. Eine grandiose Kombination, für die ich mich ein wenig selbst loben möchte, zumal sie eigentlich nur dazu dienen sollte, den Unmengen an Rosmarin, Thymian und Blutorangen Herr zu werden, die ich mir ohne Sinn und Verstand ins Haus geholt habe. Ein guter und obendrein außergewöhnlich köstlicher Beleg dafür, dass auch Maßlosigkeit Gutes hervorbringen kann!

Kräuterkuchen mit Blutorange2

Kräuterkuchen mit Rosmarin-Blutorangen (von Martha Stewart und mir)

Dieser Kuchen ist von sich aus schon ein saftiger Zeitgenosse. Die Blutorangen unterstreichen diese Eigenschaft ganz hervorragend und wem das noch nicht reicht, der kann mit cremigem Joghurt noch einen dritten Mitspieler hinzufügen. Das Baukastenprinzip macht’s möglich!

Zutaten

Für den Teig

170g Mehl

1 1/4 TL Backpulver

1/2 TL Salz

100g Weichweizengrieß

180g Zucker

115g weiche Butter

70g Mandelmus

4 Eigelb

1 TL Vanilleextrakt

170 ml Milch

4 Eiweiß

50g Zucker

1 EL fein gehackter frischer Rosmarin

1 EL fein gehackter frischer Thymian

Für die Rosmarin-Blutorangen

4 Blutorangen (oder viele viele mehr)

50g Zucker

60ml Wasser

1 Zweig Rosmarin

 

Schüsselbedarf

Eine mittlere Schüssel für die trockenen Zutaten, eine große Mixerschüssel für die Eigelbmasse, eine große Mixerschüssel für den Eischnee, eine Schüssel für die Blutorangen, ein kleiner Topf für den Rosmarin-Sirup.

Bevor es losgeht

Eine Backform (23 oder 24cm) mit Backpapier auslegen, buttern und den Ofen auf 180°C vorheizen. Die Blutorangen filetieren und den Rosmarin-Sirup herstellen.

Für den Rosmarin-Sirup

Wasser und Zucker zum Kochen bringen und so lange rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Den Topf vom Herd nehmen, den Rosmarinzweig hinein legen und mindestens 2 Stunden zugedeckt ziehen lassen. Die Blutorangen nach Belieben darin tränken. Der Sirup hält sich im Kühlschrank mindestens eine Woche lang.

Erster Schritt

Mehl, Backpulver, Salz und Weizengrieß in der mittleren Schüssel verrühren.

Zweiter Schritt

Butter, Zucker und Mandelmus in die große Mixerschüssel geben und auf mittlerer Stufe etwa vier Minuten schaumig-blass aufschlagen. Anschließend Eigelb und Vanille hinzugeben und weitere zwei Minuten schlagen.

Dritter Schritt

Auf niedriger Stufe abwechselnd die Mehlmischung (3 Portionen) mit der Milch (2 Portionen) zu dem Ei-Butter-Gemisch geben und gut verrühren. Zum Schluss noch die fein gehackten Kräuter unterheben.

Vierter Schritt

Das Eiweiß in der Küchenmaschine mit dem Schneebesenaufsatz erst bei niedriger Geschwindigkeit und dann unter Zugabe des Zuckers auf hoher Stufe zu festem Eischnee verarbeiten. Die Hälfte des Eischnees unter den Teig heben. Zum Schluss den restlichen Eischnee unterheben, so dass keine weißen Streifen mehr zu sehen sind. Nicht zu viel mischen!

Fünfter Schritt

Den Kuchen mit etwas Zucker bestreuen und ca. 45 Minuten goldgelb backen (falls notwenig den Endspurt unter einer Aluschutzfolie). Den Kuchen vollständig auskühlen lassen, anrichten, bepuderzuckern und mit Rosmarin-Blutorangen (und Joghurt) servieren.

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