Veganer Bananenkuchen

Gegenüber Köchen sind Konditoren dieser Tage dahingehend im Vorteil, dass sie schon von Natur aus – von ein paar wenigen Ausnahmen abgesehen – einen vegetarischen Lebenswandel pflegen. Von der derzeit in Gang befindlichen Vegetarismusdebatte müssen sie sich also zumindest in Nachtischfragen nicht angesprochen fühlen. Angesichts veganer Ernährungsweisen wird die Luft aber auch in der Backstube dünn.

Während es nun wahrlich nicht an veganen Backrezepten mangelt, denen man obendrein nicht auch abnehmen würde, köstliches Backwerk generieren zu können, habe ich mich dem tierproduktfreien Backen bislang rigoros verweigert. Im Gegensatz zum Fleischverzicht ist ein konsequent veganes Leben für mich nur schwer vorstellbar. Ebenso inakzeptabel ist für mich aber auch, dass ich wie ein stures Kind auf Eier, Milch und Butter im Kuchen bestehe.

Da ich mich offenbar nicht aus freien Stücken bewege, habe ich beschlossen, künftig einer Idee zu folgen, die auch Willy Brandts Ostpolitik beflügelt hat: Wandel durch Annäherung. Der erste Schritt hat einen saftigen Bananenkuchen hervorgebracht, der zwar noch keinen Sinneswandel hervorgerufen hat, sich auf dem Frühstückstisch aber ganz prächtig gemacht hat und dem man sein Vegansein weder ansehen noch anschmecken konnte.

Bananenkuchen-Vegan1

Veganer Bananenkuchen (aus „Foods that don’t bite back“ von Sue Donaldson)

Dieser Kuchen eignet sich ganz ausgezeichnet für ein erstes veganes Backvorhaben. Der Teig wird mit Pflanzenöl gemacht, so dass man nicht gleich von 0 auf 100 gehen und Butter durch Margarine ersetzen muss. Ein moralisierender Weltverbessererkuchen wird aber schon allein deswegen nicht die Kaffeetafel zieren, da das Rezept nach reichlich Produkten aus Übersee verlangt. Neben Bananen sind auch Schokolade und Kokosflocken verbacken. Dieser Kuchen krümmt zwar keinem Tier ein Haar, hinterlässt aber mitnichten eine rosige Klimabilanz. Von den Rechten der Bananenplantagenarbeiter mal ganz abgesehen.

Zutaten

3 sehr reife Bananen

Saft von einer Zitrone

150g Zucker

100g neutrales Öl

140g Vollkornmehl

90g Mehl

1/2 TL Salz

1/2 TL Backpulver

1/2 TL Natron

60g geschroteter Leinsamen

30g Kokosflocken

80g Zartbitterschokolade

 

Schüsselbedarf

Eine große Schüssel für die Mehlmischung, eine kleine Schüssel für die Öl-Zucker-Mischung, eine kleine Schüssel für die Bananen-Zitronen-Mischung.

Bevor es losgeht

Eine Kastenform (21 cm oder größer) mit Backpapier auslegen und den Ofen auf 190°C vorheizen.

Erster Schritt

Die Bananen mit einer Gabel gut zerdrücken und mit dem Zitronensaft cremig rühren.

Zweiter Schritt

Öl und Zucker gut vermischen und anschließend zu der Bananenmischung geben. Alles gut verrühren.

Dritter Schritt

Vollkornmehl, Mehl, Backpulver, Natron, Salz und Leinsamen vermischen. Die Bananenmischung unterrühren. Anschließend Kokosflocken und Schokoladenstücke hinzufügen. Den Teig in die Form geben und ca. 45 Minuten backen, bis an einem Zahnstocher kein Teig mehr haften bleibt.

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