Juni 2014

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Erdbeerzeit ist eine gute Zeit und sie hat endlich begonnen! Meine Erdbeerbegeisterung kennt keine Grenzen und doch ist mir aufgefallen, dass Erdbeeren und Kuchen in den vergangenen Jahren weder in meinem Kopf, noch in meiner Backstube eine kulinarische Symbiose eingegangen sind. Warum sind Erdbeerkuchen und -torte weiße Flecken auf meiner Kuchenlandkarte, auf der selbst Orte wie Süßkartoffel-Tarte oder Schokoladenkuchen mit Roter Bete erkundet sind? Oder anders gefragt: Brauchen Erdbeeren den Kuchen überhaupt?

Die Komplexität der Erdbeerkuchenfrage entzieht sich naturgemäß einer einfachen Ja/Nein-Antwort. Und dennoch würde ich behaupten, dass es nur wenige Backvorhaben gibt, bei denen die Erdbeeren im gleichen Maße vom Kuchen profitieren, wie umgekehrt der Kuchen von den Erdbeeren. Regeln wären keine Regeln, wenn es nicht auch Ausnahmen gäbe. Zum Beispiel diese Erdbeer-Limonaden-Schnitten. Ein Schulterschluss, der sich für alle Beteiligten lohnt!

Strawberry-Lemonade Bars 4

Erdbeer-Limonaden-Schnitten (leicht abgewandelte Creme von The way the cookie crumbles auf meinem Lieblings-Knusperboden)

Erdbeerzeit ist Limonadenkuchenzeit. In diesem Fall plädiere ich ausdrücklich dafür, den Erdbeeren mit dem Pürierstab nachzustellen, denn im Alleingang schaffen es die Beeren nicht, sich zu einer solch erfrischenden Cremigkeit emporzuschwingen.

Zutaten

Für den Teig

85g weiche Butter

50g Zucker

60g Weizenvollkornmehl

60g Mehl

eine Prise Salz

 

Für die Erdbeer-Limonadencreme

250g frische Erdbeeren

300g Zucker

100g Mehl

Schale von 2 Zitronen

1 Prise Salz

1 Ei

3 Eiweiß

150ml Zitronensaft (ca. 2 bis 3 Zitronen)

 

Schüsselbedarf

Eine große Mixerschüssel und eine kleine Schüssel für den Teig. Ein Rührbecher für die Creme sowie eine Zitruspresse und einen Pürierstab.

Bevor es losgeht

Eine eckige Form (20×20 cm) auf allen Seiten, d. h. über Kreuz mit Backpapier auslegen. Erdbeeren und Zitronen waschen und die Erdbeeren in Stücke schneiden. Den Ofen auf 180°C vorheizen.

Erster Schritt

Butter und Zucker mit dem Mixer schaumig aufschlagen, Mehlsorten mit Salz in der kleinen Schüssel vermischen, unter die Butter-Zucker-Masse mischen und gut verrühren. Den Teig fest in die Form drücken und etwa 20 Minuten goldbraun backen. In der Zwischenzeit die Creme zubereiten.

Zweiter Schritt

Zucker, Mehl, Zitronenschale und Salz im Rührbecher vermischen. die Erdbeeren zugeben und fein pürieren. Anschließend Ei und Eiweiß zugeben und gut vermischen. Zu guter Letzt den Zitronensaft zugeben und alles zu einer gleichmäßigen Creme vermengen.

Dritter Schritt

Die Creme auf den Boden gießen und im Ofen zwischen 30 und 40 Minuten backen. Wenn man die Form bewegt, sollte die Mitte des Kuchens nicht mehr wackeln. Die Schnitten auskühlen lassen und anschließend mindestens zwei Stunden, am besten über Nacht, kaltstellen. In Stücke schneiden und im Sonnenschein genießen!

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Im Frühling erfreut das Goldgelb unzähliger Löwenzähne das farbendurstige Auge. Wer einen Garten besitzt, wird die Farbenpracht vermutlich sowohl mit Freude als auch mit Argwohn bewundern, denn ein Löwenzahn kommt selten allein und lässt sich auch nicht allzu leicht wieder vertreiben. Daher ist man gut beraten, die allgegenwärtige Frühlingspflanze schlechthin aufzuessen. Dazu eignen sich nicht nur die jungen Löwenzahnblätter. Auch die Blüten sind essbar, wenn man sie in einen aromatischen Sirup verwandelt. Die aufwendige Herstellung lohnt sich, denn am Ende dieses langwierigen Prozesses hält man ein überaus kostbares Gut in den Händen.

Was das Löwenzahnspeisen angeht, gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht: Die schlechte Nachricht ist, dass städtische Löwenzähne von motorisierten Fortbewegungsmitteln und vierbeinigen Stadtbewohnern kontaminiert werden und somit zum Verzehr nicht geeignet sind. Die gute Nachricht ist, dass die Gärtnerin, mit der ich bereits im Herbst auf höchst erfolgreiche Weise in Gebäckfragen kooperiert habe, auf dem Land unberührte goldgelbe Blütenblätter ernten und zu Sirup hat einkochen können und mich zu meiner großen Freude an dieser Kostbarkeit hat teilhaben lassen!

Zusammen is(s)t man mehr! Zum Beispiel diese Tartelettes!

Cremetarte mit Löwenzahnsirup

Cremetartelettes mit Löwenzahnsirup  (der Sirup von Foodiesgarden, der Teig von Martha Stewart und mir)

Nach diesem köstlichen Tartegenuss wird man Löwenzahn mit anderen Augen sehen und sich noch einmal mehr auf den Frühling freuen. Der knusprige Boden mit Sonnenblumenkernen, die erfrischende Sahnecreme und der karamellfarbene Löwenzahnsirup geben zusammen ein hervorragendes Geschmackstrio ab!

Zutaten

Für den Mürbeteig

170g zimmerwarme Butter

75g Puderzucker

2 Eigelb

160g Mehl

40g Mehl

70g gemahlene Sonnenblumenkerne

1/4 TL Salz

2 TL Sahne

 

Für die Creme

250g Crème Fraîche

150g Sahne

1 Päckchen Vanillezucker

 

Für die Dekoration

Löwenzahnsirup

Sonnenblumenkerne

 

Schüsselbedarf:

Eine große Mixerschüssel für den Teig, zwei kleine Schüsseln für die trockenen Zutaten, ein Rührbecher.

TEIG

Erster Schritt

Butter und Puderzucker in der Küchenmaschine etwa zwei Minuten cremig schlagen. Eigelb hinzugeben und etwa eine Minute weitermixen. Zunächst die größere Portion Mehl unterrühren und kurz vermischen. Anschließend Mehl, Sonnenblumenkerne, Salz und Sahne unterrühren und zu einem homogenen Teig vermischen. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und kaltstellen (am besten über Nacht).

Zweiter Schritt

Den Teig in sechs gleiche Teile teilen, ausrollen und in Tarteletteformen à 12cm einpassen. Nochmals mindestens eine halbe Stunde kaltstellen. (Üblicherweise bleibt beim Backen von Tartes ein Rest, den man in einer kleinen Form als kleines Extra backen kann).

Dritter Schritt

Den Ofen auf 190°C vorheizen, Tarteletteformen mit Backpapier und Hülsenfrüchten zum Blindbacken belegen. 15 Minuten backen und anschließend ohne Hülsenfrüchte und Backpapier weitere 10 Minuten backen, bis die Tartelettes goldbraun sind. Fertige Tartelettes vollständig auskühlen lassen.

CREME

Erster Schritt

Crème Fraîche, Sahne und Vanillezucker in den Rührbecher geben und mit dem Handrührgerät steif schlagen.

FINALE

Die Creme in die Tartelettes füllen, Löwenzahnsirup darüber geben, mit Sonnenblumenkernen dekorieren und sofort genießen!

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Waldmeister dürfte es wohl kaum an Selbstvertrauen mangeln. Bereits in Wald und Garten besticht er durch sternförmiges Blattgewand und zart-weiße Blüten und seine grellgrüne Robe, in der er im Frühling durch Berliner Weisse und Wackelpudding schreitet, zieht nicht minder faszinierte Blicke auf sich. Als kulinarisch aufgeklärter Zeitgenosse weiß man, dass die Menschenhand dem Waldmeister dieses strahlende Grün angedichtet hat. Vermutlich weiß man auch, dass das Waldmeister-Aroma seinen Ursprung üblicherweise nicht in einer idyllischen Waldlichtung, sondern im Labor nimmt.

Diesen lebensmitteltechnischen Wahrheiten zum Trotz folgt an dieser Stelle kein Plädoyer für die Entfärbung von Kindheits- und Jugendklassikern. Wem in frühen Jahren das Stürzen eines formvollendeten knallgrünen Waldmeisterwackelpuddings geglückt ist, wird verstehen warum. Stattdessen möchte ich dem künstlichen Waldmeister-Yin ein natürliches Waldmeister-Yang entgegenstellen und wünsche ausbalanciertes Genießen beim Verzehr dieses fein aromatisierten Mandelkuchens.

Mandel-Waldmeisterkuchen

 

Mandelkuchen mit Waldmeister-Sirup (eine leicht adaptierte Version aus dem Buch Wildes Grün)

Ein saftiger Kuchen mit blumig-duftendem Waldmeister-Aroma, der sich auf der Kuchentafel als idealer Vermittler zwischen Frühlings- und nahender Sommerzeit eignet. Wer mag, darf sich dieses Backwerk gerne auch mit einer großzügigen Sahnehaube garniert einverleiben. Aber auch den Puristen entgeht Dank der eigensinnigen Blumigkeit des Waldmeister-Geschmacks nichts. Denn dass man ihn nicht sieht, heißt nicht, dass man ihn nicht riechen und schmecken kann!

Zutaten

Für den Teig

200g weiche Butter

200g Zucker

eine Prise Salz

1 TL Vanilleextrakt

4 Eier

200g Mehl

2 gehäufte TL Backpulver

100g gemahlene Mandeln

100g Joghurt

 

Für den Waldmeister-Sirup

ein Bund Waldmeister (ca. 10 Stängel, einen Tag lang in der Sonne getrocknen lassen)

100g Zucker

150ml Wasser

 

Schüsselbedarf

Eine große Mixerschüssel, eine mittlere Schüssel für die trockenen Zutaten, ein kleiner Topf für den Waldmeister-Sirup.

Bevor es losgeht

Mit einem Tag Vorlauf den Waldmeister-Sirup herstellen.

Eine Kastenform (ca. 30cm) mit Backpapier auslegen, buttern und den Ofen auf 175°C vorheizen.

Für den Waldmeister-Sirup

Etwa 15 Stängel Waldmeister waschen, trocken schütteln und über Kopf an einem Faden etwa einen Tag zum Trocknen aufhängen. Dabei ab und an verbliebenes Wasser abschütteln. Wenn der Waldmeister angetrocknet ist und charakteristisch duftet, Wasser und Zucker zum Kochen bringen und so lange rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Den Topf vom Herd nehmen, den Waldmeister hineinlegen und etwa zwei Stunden zugedeckt ziehen lassen. Waldmeister-Sirup wird schnell bitter, daher empfiehlt es sich, ab und an eine Kostprobe zu nehmen.

Erster Schritt

Butter und Zucker mit der Küchenmaschine schaumig schlagen. Salz und Vanilleextrakt zugeben und verrühren. Anschließend die Eier einzeln zugeben und jeweils gut verrühren. Jeweils die Hälfte der Mehl-Mandel-Mischung und den Joghurt abwechselnd unterrühren und zu einem glatten Teig verarbeiten.

Zweiter Schritt

Den Teig in die Kastenform geben und ca. 60 Minuten goldgelb backen, bis kein Teig mehr an einem Teststäbchen klebt. Den Kuchen sofort in 1cm-Abständen mit einem langen Stäbchen tief einstechen und den Kuchen üppig mit Sirup bestreichen. Nicht zögern: Der Kuchen saugt alles auf!

Dritter Schritt

Den Kuchen auskühlen lassen und nach Belieben mit Sahne, Joghurt oder Crème Fraîche garnieren, die sich allesamt problemlos mit ein bisschen Waldmeister-Sirup verfeinern lassen, sofern noch etwas übrig ist!

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