Brombeer-Apfelkuchen

Seit ein paar Wochen werden an den Hecken die Brombeeren reif. Durch einen glücklichen Zufall habe ich am Rand der Stadt eine Brombeerheckenwand entdeckt, an der unfassbar viele Brombeeren wachsen. Doch wer sich schon einmal an einer wildwüchsigen Brombeerhecke abgearbeitet hat weiß, dass sich Brombeeren nicht so einfach sammeln lassen. Sie müssen regelrecht gejagt werden und das bedeutet, dass man ohne Blessuren nicht davonkommt. Dass die Brombeeren genau dann reif werden, wenn sich eine schützende Wand aus Brennnesseln um sie geschart hat, halte ich im Übrigen für keinen bloßen Zufall. Im nächsten Jahr werde ich vorbereitet sein und auch die Brombeeren an den Wipfeln der Hecke bezwingen. Für dieses Jahr gebe ich mich geschlagen und ziehe mich mit meiner Beute in die Küche zurück.

Ein derart kostbarer Beeren-Fang wie dieser will mit Bedacht verwendet werden. Noch bevor ich Gelegenheit hatte, meinen eigenen Plan in die Tat umzusetzen, hat mir die Gärtnerin meines Vertrauens dieses Rezept mitsamt einer Kostprobe ans Herz gelegt. Dieser Kuchen schmeckt sagenhaft, bleibt aber nicht allzu gut in Form und ist somit eher ein optischer Underdog. Ich gebe zu, ich bin (eher) die Art von Bäckerin, der so etwas nicht ins Haus kommt. In der Einführung zu diesem Kuchenrezept schreibt der Urheber Nigel Slater: „If you are the sort of tightly wound cook who thinks a sunken cake is a failure then turn away now.“ Und wenn diese Konfrontation mit dem eigenen Selbst noch nicht schlimm genug wäre, dann erledigt der Folgesatz den Rest: „We will eat this supremely moist, cinnamon-scented wonder without you.“

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Brombeer-Apfelkuchen (Ein ausgereiftes Rezept von Nigel Slater aus seinem fantastischen Buch Ripe bzw. Tender Vol. II!)

Nicht dass Nigel Slater mit mir keinen Kuchen essen möchte, nein, das von ihm kreierte Kuchenwunder höchst selbst ist der Grund, warum man hin und wieder mal darüber nachdenken sollte, ob man es mit seinem kulinarischen Perfektionismus nicht ein klein bisschen übertreibt. Ich möchte nicht rührselig klingen, aber dieser Kuchen ist nicht einfach nur außerordentlich lecker, sein Geschmack geht mir ans Herz! Und das ganz sicher nicht wegen der mühsam erkämpften Brombeeren oder des Beinahe-Rauswurfs aus Nigel Slaters Kaffeekränzchen.

Zutaten

Für die Füllung

2 Äpfel (möglichst von der säuerlichen Sorte)

Saft von einer halben Zitrone

150g Brombeeren

 

Für den Teig

150g Butter

75g Zucker

75g dunkler Muscovado Zucker (ansonsten tut es sicher auch brauner Zucker)

3 Eier

85g Mehl

1 1/2 TL Backpulver

100g gemahlene Haselnüsse (vorher die ganzen Nüsse im Ofen rösten, die Schalen entfernen und dann mahlen)

 

Für die Streusel

50g kalte Butter

50g Mehl

60g Demerara Zucker

2 gehäufte EL Haferflocken (Großblatt)

1 Messerspitze Zimt (so sagt es Nigel Slater…ich liebe Zimt und habe etwa 1/2 TL verwendet)

 

Schüsselbedarf

Eine große Mixerschüssel für den Teig, eine mittlere Schüssel für die Streusel, eine kleine Schüssel für die trockenen Zutaten und eine kleine Schüssel für die Äpfel und Brombeeren.

Bevor es losgeht

Eine Kastenform (ca. 22x12cm) mit Backpapier auslegen. Haselnüsse rösten. Wie das geht kann man hier nachlesen. Die trockenen Zutaten vermischen.

Erster Schritt

Die Äpfel waschen, vierteln, entkernen und in schmale streifen schneiden. Die Zitrone auspressen und die Äpfel gleichmäßig im Saft wälzen. Anschließend die Brombeeren in die Schüssel geben.

Zweiter Schritt

Für die Streusel Mehl in die mittlere Schüssel geben und die Butter in Stücken dazugeben. Mit den Fingerspitzen zu einer krümeligen Masse verarbeiten. Anschließend den Zucker, die Haferflocken und den Zimt hinzugeben und zu Streuseln verkneten. Jetzt den Ofen auf 180°C vorheizen.

Dritter Schritt

Butter und beide Zuckersorten mit der Küchenmaschine etwa 4 Minuten cremig schlagen. Die Mischung hat dann eine fluffige Konsistenz und hat in etwa die Farbe von einem Latte Macchiato. Die Eier nacheinander hinzugeben und gut verrühren. Die Ränder der Schüssel sowie den Boden mit dem Teigschaber ab und an säubern. Abschließend die Mehlmischung dazugeben, vermischen und Reste von Hand unterrühren. Den Teig in die Backform geben.

Vierter Schritt

Die Apfel-Beerenmischung gleichmäßig über den Kuchen geben und leicht in den Teig drücken. Den übrig gebliebenen Zitronensaft habe ich für ein Salatdressing verwendet und nicht über die Früchte gegeben. Den Kuchen nun mit den Streuseln bedecken und dann eine gute Stunde backen. Der Stäbchentest funktioniert trotz der Feuchte des Kuchens recht gut. Den Kuchen komplett auskühlen lassen. Wie vieles Essbares, schmeckt er nach einer nächtlichen Ruhepause noch besser.

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