Cranberry

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Es ist noch gar nicht lange her, da habe ich mich mit einem schlechten Gewissen herumgeschlagen, ob des transatlantischen Weges, den Cranberries zurücklegen müssen, um auf meiner europäischen Kuchenplatte zu landen. Diese Sorge hat sich offenbar erledigt, denn die Cranberry scheint mittlerweile einen derart festen Platz in der heimischen Esskultur eingenommen zu haben, dass man sie nun auch diesseits des Atlantiks anbaut. Es könnte also keine bessere Entschuldigung geben, die Cranberry gleich noch einmal in Kuchenform zu überführen.

Aufgetischt habe ich die Cranberries diesmal in Begleitung von Zitronencreme auf Mürbeteig. Das geht schnell und ist raffiniert, frisch und festlich zugleich. Ein feinsinnig-bodenständiger (fast) lokaler Kuchengenuss für ein bisschen Frucht am überstrapazierten Festtagsgaumen!

Ich wünsche allen eine wort- und tortenreiche Weihnachtszeit!

Cranberry-Lemon-Bars4

Cranberry-Zitronen Schnitten (von Food & Wine mit ein paar kleinen Änderungen meinerseits)

Saftige Zitronenfüllung auf knusprigem Boden. Der Clou ist die Cranberry-Marmorierung, die ein hübsches Muster auf die gelbe Kuchenleinwand zaubert! Ein Hauch Nelke macht diese Schnitte sogar weihnachtstauglich!

Zutaten

Für den Boden

285g kalte Butter, in Stücken

70g Zucker

70g brauner Zucker

320g Mehl

1/2 TL Salz

 

Für die Füllung

120g Cranberries

50g Zucker

60ml Wasser

1 gute Prise gemahlene Nelken

500g Zucker

4 Eier

2 Eigelb

abgeriebene Schale von einer Zitrone

125ml Zitronensaft

100g Mehl

Puderzucker

 

Schüsselbedarf

Eine große Mixerschüssel für den Boden. Ein mittlerer Topf für die Cranberries, eine große Schüssel für die Zitronenfüllung.

Bevor es losgeht

Boden und zwei Seiten einer rechteckigen Backform (ca. 33×23 cm) mit Backpapier auslegen. Den Zitronensaft auspressen und die Zitronenschale abreiben. Die Cranberries waschen und den Ofen auf 180°C vorheizen.

Erster Schritt

Die Butter und die beiden Zuckersorten in der Küchenmaschine 2 Minuten auf mittlerer Stufe schlagen. Auf niedriger Stufe Mehl und Salz untermischen.

Zweiter Schritt

Den Teig fest in die Kuchenform drücken und ggf. mit einem Glas festdrücken. Mindestens 30 Minuten kühl stellen und danach etwa 35 Minuten goldgelb backen. Falls nötig, den Boden nach 15 Minuten mit einem Löffel glätten und festdrücken. Den Boden abkühlen lassen.

Dritter Schritt

Cranberries, Zucker, Wasser und Nelken bei mittlerer Hitze etwa 8 Minuten köcheln lassen, bis die Beeren aufgeplatzt sind und die Masse dickflüssig geworden ist. Die Masse pürieren, durch ein Sieb streichen und auskühlen lassen.

Vierter Schritt

Zucker, Eier, Eigelb, Zitronensaft, Zitronenschale und Mehl in einer Schüssel glatt rühren.

Fünfter Schritt

125g von der Zitronenmasse abnehmen und mit dem Cranberrypüree vermengen. Erst die Zitronenmasse in die Form füllen und anschließend mit der Cranberrymasse ein Muster auf die Zitronenfläche zeichnen. Die Kuchenschnitten etwa 35 Minuten backen, bis die Masse fest ist.

Sechster Schritt

Aus dem Kuchen Stücke schneiden und mit Puderzucker bestäuben.

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Bevor Marzipan und Nelken die Geschmacksknospen dominieren, ist noch ein bisschen Frische angesagt. Legte man wert auf lokalen Fruchtgenuss, stünden Cranberries in unseren Gefilden wohl kaum auf dem Speiseplan. Und auch wenn ich es grundsätzlich problematisch finde, dass jeweils ein paar Dutzend der grellroten Cranberries aus Neuengland in Plastikbeuteln aneinander geschmiegt den Atlantik überqueren, würde ich lieber ein ganzes Jahr auf Bananen verzichten, als einen Winter ohne diese roten Früchtchen zu sein.

Das hat nicht nur autobiographische, sondern auch weihnachtliche Gründe. Anders als die meisten Beerenfrüchte sind Cranberries ungekocht nicht genießbar. Bevor man sie verköstigen kann, bedürfen sie einer Portion Aufmerksamkeit. Weil man die Cranberries – anders als ihre sommerliche Verwandte die Heidelbeere – nicht einfach gedankenlos in den Schlund werfen kann, tragen sie in der Hektik der Weihnachtszeit zu einem Quäntchen entschleunigter Besinnlichkeit bei, deren Ergebnis obendrein auch noch essbar ist.

Zum Beispiel in Form eines cremigen Cranberry Curd. Dieses lässt sich in einer aus Mürbeteig geformten Schale bestens gen Mund transportieren. Das vorweihnachtlich-entspannte süße Fingerfood schmeckt köstlich und war auf meiner Kaffeetafel Kuchen und Blume zugleich. In dieser jenseits bunter Weihnachtslichter doch recht unbunten Zeit könnte es schöner nicht sein. Mein Beitrag für eine frische Vorweihnachtszeit und mein essbares Gegengewicht gegen die unausgeglichene deutsch-amerikanische Handelsbilanz.

Cranberry Curd1

Minitartes mit Cranberry Curd (Das Rezept für die Füllung kommt vom Pastrygirl.)

In diesem Curd ist die fruchtig-herbe Note von der Cranberry eingefangen. Der Mürbeteig ist lediglich eines von vielen möglichen Trägermedien. Denkbar wäre auch, dem Törtchen eine weiße Haube aus Meringue zu verpassen. Ich habe 24 kleine Mürbeteigschüsseln hergestellt und den Rest der Creme auf einem Hefezopf genossen. Die Größe der Tartes lässt sich beliebig anpassen, es empfehlen sich aber mundgerechte Happen, denn das Zeug ist üppig!

Zutaten

Für den Boden

225g Mehl

30g Zucker

1 Prise Salz

115g kalte Butter

1 Eigelb

1-2 EL Sahne oder Eiswasser

 

Für das Cranberry Curd

230g frische Cranberries

120ml Wasser

150g Zucker

4 Eier

1 EL Zitronensaft

1 Prise Salz

45g weiche Butter in Stücke geschnitten

Schüsselbedarf

Eine große Schüssel oder Schüssel der Küchenmaschine für den Mürbeteig. Ein Topf zum Vorkochen der Cranberries. Zwei Töpfe für das Wasserbad. Eine Schüssel von der Küchenmaschine, ein feines Sieb.

Bevor es losgeht 

Bevor es losgeht, empfehle ich den Mürbeteig vorzubereiten. Dafür in der Küchenmaschine Mehl, Zucker uns Salz vermischen. Die Butter in Stücken hinzufügen und so lange mixen, bis grobe Krümel entstanden sind. Anschließend Eigelb und Sahne/Wasser hinzugeben und mixen bis sich die Masse zu einem Teig formt. Ggf. noch etwas mehr Sahne/Wasser hinzugeben. Den Teig zu einem Ball formen und in Frischhaltefolie mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. In der Zwischenzeit das Cranberry Curd herstellen.

Erster Schritt

Cranberries und Wasser in einem Topf bei mittlerer Hitze aufkochen, bis die Beeren Platzen. Anschließend mit dem Pürierstab fein pürieren. Kleinere Schalenstücke können später entfernt werden.

Zweiter Schritt

Im Wasserbadtopf Eier und Zucker schaumig schlagen. Anschließend das Cranberry-Püree, den Zitronensaft und das Salz dazu geben. Die Masse über dem Wasserbad unter stetem Rühren erwärmen, bis sie ca. 80°C erreicht hat und eindickt. Die Masse darf nicht kochen.

Dritter Schritt

Die Masse durch ein Sieb in die Schüssel der Küchenmaschine streichen und warten, bis die Masse auf ca. 60°C abgekühlt ist. Dann die Butterstücke in Abständen zugeben und auf hoher Stufe für ein paar Minuten richtig cremig schlagen. Die fertige Masse im Kühlschrank lagern.

Vierter Schritt

Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwa 3mm dünn ausrollen. Je nach Größe der Form Kreise mit  einem Ausstechförmchen, einem Glas oder einem anderen kreisrunden Gegenstand ausstechen. Den Teig in die Förmchen pressen und im Kühlschrank für mindestens 30 Minuten kaltstellen. Den Ofen auf 200°C vorheizen. Die Mürbeteigförmchen je nach Größe zwischen 15 bis 30 Minuten goldgelb backen.

Fünfter Schritt

Mit einer Gebäckpresse oder einem Spritzbeutel das Curd in die fertigen Förmchen füllen und servieren.

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