Holunderbeeren

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Die Erntezeit hat mich kalt erwischt, indem sie mir nahezu zeitgleich Mirabellen, Pflaumen, Holunderbeeren und Äpfel in den Schoß geworfen hat. Und das zu allem Überfluss auch noch zu einer Zeit, in der ich nur sporadisch am heimischen Herd habe weilen können!

Die sorgsam zusammen gesuchten Rezepte, die bereits im letzten Jahr unprobiert geblieben sind, haben es auch in diesem Jahr nicht vom Papier in die Backform geschafft. Die Mirabellen-Mandel-Tarte bleibt weiterhin Zukunftsmusik. Vor den anderen Früchten habe ich aber nicht so einfach kapituliert und eine ansehnliche Kuchen-Monokultur auf die Beine gestellt, indem ich alle der genannten Früchte zwischen zwei Schichten des immer gleichen Poundcake-Teiges eingeklemmt habe!

Um meine Monokultur zu tarnen, habe ich diese schließlich mit großem geschmacklichen Gewinn unter dieser Streuselhaube versteckt. Ich berichte also nicht ohne Stolz davon, wie ich die Zeitnot mit der Früchteflut zu einer Kuchentugend verwandelt habe, die ganz und gar nicht langweilig schmeckt und dank derer mir keine der Herbstfrüchte durch die Lappen gegangen ist.

Pflaumen-Poundcake2

Pflaumen-Poundcake (Meine Version einer Idee von Martha Stewart.)

Das Rezept welches folgt war der Beginn meiner Monokultur-Zeit und geht somit quasi noch als Unikat durch. Ich habe den Pflaumen-Poundcake in Springformen gebacken und mit einem Muster aus Pflaumenpüree dekoriert. Die Holunder- und Apfelvarianten habe ich in einer Kastenform (ca. 22x12cm) gebacken. Die Holunderbeeren (100g) gefallen sich alleine in der Mitte des Kuchens, man kann ihnen aber auch die Spalten eines halben Apfels bzw. einer Birne an die Seite stellen. Nachdem die Holunderbeerenzeit vorbei war, habe ich mich mit den Spalten von ein bis zwei Äpfeln begnügt, die ich vorab in einem Teelöffel Fünf-Gewürze-Pulver und einem Esslöffel Zitronensaft gewälzt habe. Die Backzeit beläuft sich für die Kastenform-Streusel-Varianten etwa auf 45 Minuten.

Zutaten

Für den Teig

115g Butter

200g Zucker

2 Eier

1 TL Vanilleextrakt

200g Mehl

eine gute Prise Salz

1/4 TL Backpulver

150g Crème Fraîche

 

Für die Fruchtfüllung

ca. 10 Pflaumen

2 x 50g Pflaumenpüree*

*Ich habe gleich mehr hergestellt, sonst lohnt sich der Spaß nicht. Grundsätzlich empfiehlt sich je nach Süßegrad aber ein Verhältnis von 5:1 von Pflaumen und Zucker beim Einkochen von Pflaumenpüree.

 

Für die Streusel der Holunder- bzw. Apfelvariante

50g kalte Butter

50g Mehl

60g Demerara Zucker

2 gehäufte EL Haferflocken (Großblatt)

1 Messerspitze Zimt (so sagt es Nigel Slater…ich liebe Zimt und habe etwa 1/2 TL verwendet)

 

Schüsselbedarf

Eine große Mixerschüssel, eine kleine Schüssel für die Mehlmischung, einen Topf für das Pflaumenpüree.

Bevor es losgeht

Pflaumenpüree herstellen. Eine Springform (18 cm) auf der Unterseite mit Backpapier auslegen.

Erster Schritt

Zucker und Butter bei mittelhoher Geschwindigkeit mit einer Küchenmaschine cremig aufschlagen (das dauert ca. 5 Minuten). Die Zeit nutzen, um in der kleinen Schüssel Mehl mit Salz und Backpulver zu vermischen und die Johannisbeeren zu pürieren.

Zweiter Schritt

Die Seitenränder der Schüssel mit einem Teigschaber säubern. Anschließend Eier und Vanille unterrühren. Die Ränder nochmals säubern. Anschließend in insgesamt fünf Schritten immer abwechselnd die Mehlmischung (3 Teile) und die Crème Fraîche (2 Teile) unterrühren.

Dritter Schritt

Den Ofen auf 180°C vorheizen. Die Hälfte des fertigen Teigs in die Form füllen. Anschließend die Hälfte des Fruchtpürees in Kleksen darauf geben. Mit der zweiten Hälfte des Teigs überdecken.* Den Rest des Fruchtpürees aufkleksen und Teig und Püree mit einem kleinen, scharfen Messer marmorieren, d. h. viele 8en tief in den Teig schreiben, bis obenauf ein schönes Muster entsteht.

ODER STREUSELOPTION: Für die Streusel Mehl in die mittlere Schüssel geben und die Butter in Stücken dazugeben. Mit den Fingerspitzen zu einer krümeligen Masse verarbeiten. Anschließend den Zucker, die Haferflocken und den Zimt hinzugeben und zu Streuseln verkneten.

Vierter Schritt

Den Kuchen etwa 60 Minuten backen, aber nach 30 Minuten immer mal wieder nachschauen, ob der Bräunungsgrad des Fruchtpürees noch angemessen ist. Ein bisschen dunkel darf die Oberfläche werden, notfalls sollte man aber Alufolie zur Hand nehmen. Der Kuchen ist fertig, wenn der Holzstäbchentest bestanden ist. Den Kuchen erst in der Form, dann auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

*Wenn man Teig auf eine flüssige Masse streichen möchte, ohne dass die Füllung durchkommt, kleckst man am besten viele kleine Portionen Teig dicht nebeneinander und verstreicht diese dann vorsichtig mit einem Spachtel. Manchmal hilft es auch, wenn man das zu bedeckende Backwerk erst ein wenig im Kühlschrank weilen lässt, damit die flüssige Masse, die überdeckt werden soll etwas abkühlen und fest werden kann.

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